Der Cloppenburger CDU-Landtagsabgeordnete Clemens Große Macke aus Addrup/Essen und der Vechtaer Kreislandwirt Norbert Meyer aus Lutten standen in der vergangenen Woche rund 100 Schülern der Vechtaer Justus-von-Liebig-Schule Rede und Antwort.
Die Schüler der "Einjährigen Fachschule Landwirtschaft" (EFL) hatten den Sprecher des Arbeitskreises Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung der CDU-Landtagsfraktion Gr. Macke und Kreislandvolkvorsitzenden Norbert Meyer eingeladen, um aktuelle Agrarthemen zu diskutieren. Und da traf es sich gut, das sowohl Gr. Macke wie auch Meyer Landwirte sind. So fand man sehr schnell zueinandern und die Diskussion bewegte sich auf einem fachlich sehr hohen Niveau.
ELF-Klassensprecher Conrad kl. Piening, Damme und Steffen Gerecke, Aschen/Diepholz, die von ihren Mitschülern als Moderatoren für die Diskussion ausgewählt wurden, führten souverän durch den Morgen. Zahlreiche Fragen wie z.B. zur Niedersächsischen Studie zum Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung, zum niedersächsischen Tierschutzplan, regionaler Bauleitplanung, zum "Milchquotenende 2015" und zu den Auswirkungen der EEG-Novelle wurden ausführlich behandelt.
Angesichts eines für die Landwirtschaft "kritischen Medienjahres" zeigten sich die Schüler stark verunsichert. Durch Ausbildung und kontinuierliche Weiterqualifizierung stellen sich die angehenden "Staatlich geprüften Wirtschafter" den immer höheren gesamtgesellschaftlichen Anforderungen. Dich diesen Anstrengungen würden von den Medien leider nicht zur Kenntnis genommen.
Gr. Macke appellierte deshalb an die Schpler, die eigenen Anliegen in die Hand zu nehmen und sich in Berufsverbänden, Vereinen oder Parteien aktiv zu engagieren. Denn nur so könne man auch etwas verändern, denn "klagen" nutze nichts. "Schreibt an die Politik, wenn etwas nicht geht", motivierte der Agrarpolitiker die Schüler. Und einen passenden Einstieg dazu hatte der Luttener Landwirt Meyer parat, nämlich den vor gut einem Jahr gegründeten "Junglandwirtestammtisch" des Landvolks. Dort versuchen engagierte Landwirte ihre Zukunft zu gestalten.

Und Gr. Macke ging sogar noch weiter. Er regte die Schüler an, selbständig etwas zu initiieren, ohne dass es immer der Staat vorschreiben müsse. Aus diesem Ansatz geboren wurde die Idee, ob es die Schüler schaffen würden, im nächsten Jahr auf einer Länge von 10 km entlang von Radwegen einen 3 Meter breiten Blühstreifen anzulegen. So könne man positiv vorangehen. Und von einer Unterstützung der Jäger und der Imker beim Saatgut könne man wohl auch ausgehen.
Studiendirektor Josef Batke, Koordinator Agrarwirtschaft, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Vormittag. Denn diese neue Form des schülerzentrierten Unterrichts "Politik und Wirtschaft treffen Schule", den die Justus-von-Liebig-Schule schon seit längerem praktiziere, treffe bei den Schülern mittlerweile auf größeres Interesse. Batke versprach, die Anregungen der beiden prominenten Gesprächspartner in den Unterricht einzubinden.