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Mittwoch, den 17. August 2011 um 07:50 Uhr
Agrarprämie wird dieses Jahr nicht früher ausgezahlt
Deutschland will Möglichkeit nicht wahrnehmen

Während die europäischen Landwirte ihre Direktzahlungen für in diesem Jahr gestellte Anträge früher erhalten können, will Deutschland diese Möglichkeit nicht wahrnehmen. Wie aus einer Durchführungsverordnung von Anfang August hervorgeht, erlaubt die EU-Kommission den Mitgliedstaaten, bis zu 50% der beantragten Direktzahlungen bereits ab Mitte Oktober zu überweisen, sofern die Prüfung der Beihilfevoraussetzungen abgeschlossen wurde. Die vorgesehenen Zahlungen für Rindfleisch können sogar zu 80% früher ausgezahlt werden.

Brüssel begründet dies damit, das der strenge Winter und der späte Frühling, gefolgt von extremer Trockenheit und höheren Temperaturen, dem Pflanzen- und Futtermittelanbau schwere Schäden zugefügt haben. Daher seien die Betriebsinhaber, insbesondere die Rinderhalter, mit ernsten finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert gewesen. Diese Schwierigkeiten verschärften die Auswirkungen der anhaltenden Finanzkrise, die bei vielen Betriebsinhabern zu ernsten Liquiditätsengpässen geführt habe.

Zusätzlich sei es infolge der EHEC-Infektionen zu dramatischen Nachfrage- und Preiseinbrüchen bei Obst und Gemüse gekommen. Die EU-Verordnung gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat, die Länder können jedoch einzeln bestimmen, ob sie die Zahlung vorziehen. Wie ein Sprecher des Berliner Landwirtschaftsministeriums auf Anfrage mitteilte, wird Deutschland keine Anteile der Direktzahlungen als Vorschuss auszahlen, da "die höheren Kosten durch den Verwaltungsaufwand der derzeitigen Situation nicht gerecht" würden. (AgE)

Quelle: top agrar online vom 15.08.2011