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Dienstag, den 28. Dezember 2010 um 12:23 Uhr

Betrüger versenden fiktive Beitragsbescheide!

Betrüger versenden derzeit im Namen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) fiktive Beitragsbescheide für einen "Klimawandel-Entschädigungsfonds (KLEF)".

Bitte überweisen Sie nichts auf das angegebene Konto.


Die Bundesanstalt ist bereits informiert und leitet rechtliche Schritte ein.

Der Bescheid imitiert ein offizielles Schreiben der BLE, inkl. Logo, Aktenzeichen, Bearbeiter und Durchwahl. Der Text des Schreiben lautet wie folgt:

"Ihre Beitragszahlung KLEF

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf der Ermächtigungsgrundlage des § 5 Abs. 2 des Gesetz zum Schutz landwirtschaftlicher Anbaugebiete (Bundes-Havarieschutzgesetz - BhaSchG) wurde mit Erlass der Klimawandel-Entschädigungsverordnung (KlimaEV) der gesetzliche Klimawandel-Entschädigungsfonds mit Wirkung vom 01.09.2009 als nicht rechtsfähiges Sondervermögen des Bundes eingerichtet. Die Haftung erstreckt sich auf entstandene Schäden an Personen und Sachen sowie auf daraus sich ergebene Folgeschäden, die durch Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Dürreperioden, Brände, Stürme und Hitzewellen verursacht werden.

Gemäß § 5 Abs. 3 BhaSchG müssen alle Empfänger von Zuschüssen aus EU-Agrarfonds und -Fischereifonds Beiträge zum Klimawandel-Entschädigungsfonds (KLEF) zahlen. Eine Befreiungsmöglichkeit von dieser Beitragspflicht sieht das Gesetzt nicht vor. Die Höhe des Beitrags richtet sich nach der Höhe der von Ihnen gezahlten Förderung und liegt zwischen 1,6% und 1,9%."

Es folgt eine Nennung des Empfängers und seiner im Jahr 2009 erhaltenen Agrarprämien, die bis vor kurzem im Internet einsehbar waren. Daraus errechnet der Betrüger die zu überweisende Summe. In einem angehängten Überweisungsträger sind der Betrag sowie ein Konto bei der Postbank bereits eingetragen. Als Empfänger ist "BLE" genannt. In der Vielzahl der Briefe wurden unterschiedliche Konten angegeben.

Die Landwirte sollten diesen Betrag auf keinen Fall anweisen, sondern Strafanzeige erstatten, empfiehlt das Landvolk Niedersachsen seinen Mitgliedern. Landvolk-Präsident hilse sieht in diesem kriminellen Handlungen einen handfesten Grund, die Empfänger von EU-Agrargeldern nicht wieder öffentlich zu machen. "Die beste Strategie gegen solche dreisten Betrugsversuche im großen Stil ist der Schutz persöndlicher Daten", verdeutlicht er. Die Transparenz über die Verwendung der Haushaltsmittel werde in den einzelnen Haushaltstiteln explizit aufgelistet. Weitergehende Informationen tangieren nicht nur den Schutz der Persönlichkeit, sondern würden offenbar, wie die aktuellen Betrügerschreiben belegen, die kriminelle Energie Einzelner beflügeln.

In diesen Schreiben wird allerdings als Dienstsitz nicht die tatsächliche Adresse Deichmanns Aue 29 in 53179 Bonn genannt, sondern Unter den Linden 16 in 10117 Berlin.

Quelle: Top Agrar Meldung vom 28.12.2010