24.09.2014
Keine Grundlage für die Verteufelung der Phosphatdüngung

Zur Forderung des niedersächsischen Landwirtschaftsministers Christian Meyer nach strengeren Grenzwerten für die Phosphatdüngung erklärt der Vechtaer Kreislandwirt Norbert Meyer:



 

„Die von Landwirtschaftsminister Christian Meyer geforderte Verschärfung im Bereich der Phosphatdüngung ist in höchstem Maße unverständlich, zeigen sich doch durch die bisherige Praxis keine negativen Auswirkungen auf das Grundwasser in Regionen mit hohem Boden-Phosphatgehalt. Selbst in einer Region wie Vechta, die bei der Einstufung des Bodenphosphatgehalts auf landwirtschaftlichen Flächen zu den sehr gut versorgten Regionen gehört, lassen sich im Trinkwasser nur außerordentlich geringe Mengen an Phosphaten feststellen. Dieses Phänomen wird auch durch den Forschungsstand gestützt. Mehrere großangelegte Feldversuche u.a. in England haben gezeigt, dass die Auswaschung von Phosphaten aus dem Boden und der Phosphateintrag durch Sickerwasser ins Grundwasser als gering einzustufen ist, da alle Böden, ob landwirtschaftlich genutzt oder nicht, Phosphate speichern. Genauso verbrauchen alle Pflanzen und Bodenorganismen Phosphate, egal ob landwirtschaftliche Nutzpflanzen oder Wildpflanzen.

 

Zusätzlich dazu zeigen zahlreiche Bodenproben aus der Region Vechta, dass trotz der Düngung nach der bisherigen Praxis die Phosphatwerte im Boden sinken können. Die umweltpolitischen Ziele werden also schon mit der bestehenden Regelung erreicht. Für die Verteufelung der Phosphatdüngungspraxis durch den Landwirtschaftsminister und eine daraus folgende Verschärfung der Grenzwerte gibt es daher auch keinen Grund und ich kann sie ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Es wäre schön, wenn Minister Meyer bei seinen Forderungen darauf achtet, dass diese von der wissenschaftlichen Praxis auch gedeckt sind und nicht Ergebnisse öffentlicher Untersuchungsanstalten, wie in diesem Fall, ignoriert werden.“