01.12.2014
Wolfsrichtlinie unzureichend

Pressemitteilung des Kreislandvolkverbandes Vechta e.V.

 

Zur neuen Wolfsrichtlinie des Landes Niedersachsen, welche die Entschädigung für von Wolfsrissen betroffene Tierhaltern und die Förderung von Schutzmaßnahmen gegen Wölfe regelt, sowie den Folgen für den Landkreis Vechta sagte der Vorsitzende des Kreislandvolkverbandes Vechta Norbert Meyer:

"Die Wolfsrichtlinie des Landes Niedersachsen ist ein gutes Beispiel für gut gemeinte, aber schlecht gemachte Richtlinien. Es kann nicht sein, dass zum Einen die Landkreise fest definiert werden, in denen ein vorbeugender Wolfsschutz durch das Land gefördert wird, obwohl bereits jetzt klar ist, dass sich die Wölfe weiter über Niedersachsen ausbreiten werden. Außerdem muss doch jedem klar sein, dass Wölfe sich in der Regel nicht für Kreisgrenzen interessieren. Warum dann also Diepholz mit den im Großen Moor ansässigen Wölfen Teil des Fördergebietes ist, aber die Gemeinde Goldenstedt und die Stadt Vechta, die auch Anteil am Großen Moor haben, nicht dabei sind, kann ich einfach nicht nachvollziehen.

Zusätzlich zu diesen Problemen wird von Tierhaltern, deren Tiere schon einmal gerissen wurden, erwartet, dass sie binnen eines Jahres auch einen Wolfsschutz vorweisen müssen. Dies gilt unabhängig davon, ob sie in einem Fördergebiet leben oder nicht. Zwar können auch Schutzmaßnahmen für Landwirte gefördert werden, die nicht in den festgelegten Herdenschutzgebieten leben, aber immer nur diejenigen, denen schon ein Schaden entstanden ist. Vorbeugung fördert das Land außerhalb der Herdenschutzgebiete grundsätzlich nicht.

Mit dieser unzureichenden Wolfsrichtlinie leistet das Land jedenfalls der Akzeptanz des Wolfes einen Bärendienst. In meinen Augen muss der Wolfsschutz in allen bekannten und nachgewiesenen Durchzugsgebieten durch das Land gefördert werden. Somit würde man auch das Versprechen halten, dass keinem Tierhalter durch die Rückkehr des Wolfes Schäden entstehen."