03.05.2017
Mähtod vermeiden, Wildtiere schützen!

 

Jetzt beginnt auf den Grünlandflächen unserer Region wieder die Zeit der Mahd für Grünland oder Energiepflanzen wie Grünroggen. Unglücklicherweise fällt die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere auch in diese Zeit. Leider führt das Ducken und Tarnen von Hase und Reh, der sogenannte „Drückinstinkt“ bei Jungtieren, dazu, dass diese sich bei Gefahr auf den Boden drücken und dort verharren. Dies schützt zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Kreiselmäher.

Mit ein wenig Vorbereitung, etwas Weitsicht und einer guten Erntestrategie kann man das Verletzungsrisiko für die Wildtiere in der Mahdzeit minimieren. Folgende Maßnahmen helfen dabei:

 

  1. Sprechen Sie den Mahdtermin ab
  • informieren sie den Jäger und/oder Revierinhaber mindestens zwei Tage vor einem geplanten Schnitt
  1. Nutzen Sie die Zeit vor der Mahd
  • „Beunruhigen“ sie selbst oder durch den Jäger abends vor dem Schnitt gezielt die Ernteflächen z.B. durch Absuche des Randbereichs mit oder ohne Jagdhund
  • auch ein akustische Signaltongeber („Pieper“), gelbe oder blaue Rundumleuchten und blauweißes Trassierband helfen beim „beunruhigen“. Denken Sie daran: 70 – 80 % des Wildes nutzt den Rand- oder Saumbereich!
  1. Mähen sie möglichst nicht im Dunkeln
  • Gehen Sie flächenspezifisch vor, beispielsweise von innen nach außen, legen Sie die Kopfenden frei und beginnen Sie an stärker befahrenen Straßen einseitig von der Straße her
  • Verringern Sie bei hohem Wildaufkommen die Mähgeschwindigkeit

 

Diese Maßnahmen kosten wenig und sind nicht nur sehr effektiv, sondern auch wichtig, um die tierschutzrechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Nach Einschätzung der Jägerschaft hat sich der Einsatz von akustischen Signaltongebern und LED-Warnlichtern in der Praxis absolut bewährt. Bei bestimmten Witterungsverhältnissen können auch Drohnen- und Infrarot-Technik helfen.