27.09.2018
Landvolkverbände Vechta und Cloppenburg demonstrieren bei Agrarministerkonferenz

 

Anlässlich der Agrarministerkonferenz in Bad Sassendorf haben auch die Landwirte aus dem Oldenburger Münsterland an den Protesten für den Erhalt der Sauenhaltung teilgenommen. Über 50 Landwirtinnen und Landwirte aus beiden Landkreisen machten sich früh morgens auf den Weg nach Bad Sassendorf.

Thomas Nordhus(stellv. Vorsitzender KLV Vechta) sagte nach der Kundgebung: „Wir Sauenhalter wissen nicht mehr, wie wir ab 01. Januar weitermachen sollen. Wir wollen mit der betäubungslosen Ferkelkastration aufhören, denn kein Landwirt macht diese Arbeit gerne. Alleine uns fehlen die erlaubten Alternativen, da hat uns die Politik schlicht im Stich gelassen. Eber und chemisch kastrierte Schweine nehmen die Schlachthöfe und der Einzelhandel nicht. Genügend Tierärzte, die die Kastration durchführen können, gibt es nicht und selbst betäuben dürfen wir nicht.” „Was mich an der Situation am meisten ärgert ist, dass Landwirte in unseren Nachbarländern Alternativen habe, in Dänemark dürfen Landwirte beispielsweise selbst betäuben.”ergänzt Martin Roberg, stellvertretender Vorsitzender des Landvolks Cloppenburg. „Alles was wir wollen, ist gleiches Recht für alle in Europa. Durch den deutschen Sonderweg kommen die Ferkel dann ab nächstem Jahr fast ausschließlich aus Dänemark und den Niederlanden. Dort werden die Ferkel allerdings so kastriert, wie es ins Deutschland eben verboten ist. Durch den Export der Sauenhaltung und die längeren Transportwege gibt es mit Sicherheit nicht mehr Tierwohl und bei uns werden, bis auf wenige Ausnahmen, auch die letzten Sauenhalter das Handtuch werfen.“ Beide Landwirte sind sich einig, wenn man die regionale Sauenhaltung mit ihren kurzen Wegen erhalten wolle, dann müsse die Politik handeln.