FABiAN-Projekt: 36 Betriebe setzen auf über 60 Hektar freiwilligen Naturschutz im Landkreis Vechta

Lohne. Mit der Aufstellung der neuen FABiAN-Feldrandschilder auf dem Betrieb von Josef von Lehmden in Lohne wird das Engagement der teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirte für den Arten- und Naturschutz künftig auch für die Öffentlichkeit sichtbar. Stellvertretend für alle Betriebe, die sich am Projekt beteiligen, wurde das Feldrandschild an einer mehrjährigen Blühfläche aufgestellt. Es macht deutlich: Hier wird freiwillig etwas für die biologische Vielfalt getan.

Das Ausmaß dieses Engagements ist beachtlich: 36 landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Vechta beteiligen sich derzeit am FABiAN-Projekt und setzen auf mehr als 60 Hektar Maßnahmen zum Arten- und Umweltschutz um. Das entspricht rund 600.000 Quadratmetern – oder etwa 1.000 Einfamilienhausgrundstücken mit einer Größe von jeweils 600 Quadratmetern. Damit stellen die teilnehmenden Betriebe eine Fläche für den Naturschutz bereit, die sogar größer ist als die durchschnittliche Betriebsfläche eines landwirtschaftlichen Betriebes im Landkreis Vechta.

Zu den Maßnahmen gehören mehrjährige Blühflächen, Insektenwälle, Blühstreifen, Staffelmahd, Altgetreidestreifen sowie Feldvogelinseln. Letztere entstehen durch gezielt freigelassene Bereiche innerhalb von Getreidefeldern und bieten bodenbrütenden Vogelarten geschützte Brut- und Rückzugsräume. Die ausschließlich mehrjährigen Blühflächen schaffen über mehrere Jahre hinweg wertvolle Lebensräume für Insekten, Wildbienen und viele weitere Tierarten.

FABiAN – Förderung der Artenvielfalt und Biotopvernetzung in der Agrarlandschaft Niedersachsens – ist ein Projekt der Stiftung Kulturlandpflege in Hannover. Unterstützt wird es unter anderem durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung aus Mitteln der Umweltlotterie BINGO! Für seinen kooperativen Ansatz wurde FABiAN bereits als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Seit diesem Jahr beteiligt sich zudem die Stiftung für Umwelt und Naturschutz im Landkreis Vechta (S.U.N.) an der Finanzierung und trägt so dazu bei, das erfolgreiche Projekt im Landkreis Vechta langfristig fortzuführen.

„FABiAN zeigt seit vielen Jahren, dass freiwilliger Vertragsnaturschutz und moderne Landwirtschaft hervorragend zusammenpassen. Unsere Betriebe schaffen hier mit großem Engagement wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere und werden für ihren zusätzlichen Aufwand fair entschädigt. Das Projekt ist bei den Landwirtinnen und Landwirten seit Jahren sehr gefragt und die verfügbaren Plätze sind regelmäßig schnell vergeben. Das zeigt, dass wir mit einer stärkeren finanziellen Ausstattung noch deutlich mehr für den Natur- und Artenschutz erreichen könnten“, sagt Dr. Johannes Wilking, Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Vechta.

Auch Karl-Josef Klossok, Geschäftsführer der Stiftung für Umwelt und Naturschutz im Landkreis Vechta (S.U.N.), unterstreicht die Bedeutung der Unterstützung: „Das FABiAN-Projekt hat sich im Landkreis Vechta über viele Jahre als erfolgreiches Instrument des freiwilligen Naturschutzes etabliert. Als die Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung reduziert wurde, war für uns schnell klar, dass wir unseren Beitrag leisten möchten, damit dieses erfolgreiche Projekt fortgeführt werden kann. Es verbindet Landwirtschaft und Naturschutz auf vorbildliche Weise und zeigt, wie gemeinsam tragfähige Lösungen für mehr Artenvielfalt entstehen. Deshalb unterstützen wir FABiAN sehr gerne und freuen uns, dass die Betriebe dieses Angebot weiterhin nutzen können.“

Die neuen Feldrandschilder machen dieses Engagement künftig auch für Spaziergänger, Radfahrer und Anwohner sichtbar. Sie kennzeichnen die teilnehmenden Flächen und zeigen, dass hier freiwillig Maßnahmen für den Arten- und Umweltschutz umgesetzt werden. Gleichzeitig sollen sie das Bewusstsein dafür stärken, welchen Beitrag die heimische Landwirtschaft weit über die Erzeugung von Lebensmitteln hinaus für den Erhalt der biologischen Vielfalt im Landkreis Vechta leistet.